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PROGRAMM 2004 |
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Herbstkonzert 2004
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Ouverture zu Candide Leonard Bernstein
La forza del destino Guiseppe Verdi
Soldat Gai Vassily Tyorkine
Armenische Tänze Alfred Reed
Olympica Jan van der Roost
Der Sturm James Horner
A tribute to Lionel Hampton André Waignein Solist: Stefan Wieser
Best of Frank Sinatra arr. Gerhard Leeb Solisten: Erwin Szelegowitz und Anita Schmidinger
Kongolela Jan Magne Forde
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Infos über die Stücke
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1.) Ouvertüre zu CANDIDE von LEONARD BERNSTEIN
geboren am 25.08.1918 in Massachusetts, gestorben 14.10.1990 in New York;
Mit seinen erstaunlichen Talenten machte er seinem Vater Kopfzerbrechen, der in der Musik keinen anständigen Beruf sah, und beeindruckte seine Lehrer in Harvard. Artur RODZINSKI holte ihn 1943 als Assistenten zu den New Yorker Philharmonikern. Schon nach einigen Monaten musste er für den erkrankten Bruno WALTER einspringen und wurde buchstäblich über Nacht einer der führenden Dirigenten Amerikas. Als musikalischer Leiter der New Yorker Philharmoniker war er von 1958 bis 1969 tätig. BERNSTEIN war zugleich Pianist, Musikpädagoge und Komponist und damit Amerikas größte Ein-Mann-Kapelle. Seine Fernsehvorträge und Kinderkonzerte waren so populär wie Fußballspiele, und er hat in einer Vielzahl unterschiedlicher Gattungen und Stile komponiert. Aus einer verwirrenden Fülle von Quellen schöpfend komponierte er leidenschaftliche, deklamatorische Stücke, Broadway-Hits (West Side Story, 1957), Filmmusiken, Zwölftonmusik, eine Messe, Lieder und Jazz. Mit seiner grenzenlosen Energie und seinen unvermeidbaren Fähigkeiten ist BERNSTEIN ein altersloses Wunderkind geblieben.
Die komische Operette in 2 Akten „Candide“ spielt in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Kinder eines Barons und einer Baronin heißen Candide und Paguette. Ihr Lehrer Dr. Pangloss, ein Optimist, hat sie in dem Glauben erzogen, dass in der Welt alles bestens sei. In der Phantasiewelt, deren Handlung teils in Europa und teils in Amerika spielt, erleben alle Personen der Operette das Schlechte der Welt: Krankheit, Krieg, Schiffbruch, Mord, Sklaverei, Inquisition, Flucht, Zerstörung, Ehebruch und Leben auf der Straße. Am Ende der Operette erkennt Candide, dass die gegenwärtige Welt – nach seinen Erlebnissen zu beurteilen – nicht sehr gut ist. Der Optimist Dr. Pangloss aber meint, dass ale Mühen und Leiden ihr Gutes gehabt hätten und an der Welt nichts auszusetzen sei. Da das Musical „West Side Story“ von Bernstein keine Ouvertüre hat, wird meist die Ouvertüre zu Candide vor der Aufführung gespielt. So auch bei den Bregenzer Festspielen 2003 und 2004.
2.) LA FORZZA DEL DESTINO – DIE MACHT DES SCHICKSALS von Giuseppe VERDI
Giuseppe VERDI ist einer der wenigen Opernkomponisten, dessen Repertoire von Anfang an und bis zum heutigen Tag beliebt ist. Nur Mozart und Wagner kommen ihm darin gleich. Als Sohn eines Wirtes und Krämers wurde er 1813 geboren und starb 1901. VERDI erhielt schon im Alter von 3 Jahren Spielunterricht und studierte später in Mailand. Seinen Durchbruch schaffte er 1842 mit der Oper „Nabucco“. Daraufhin wurde VERDI mit Aufträgen von verschiedenen italienischen Bühnen überschüttet. Höhepunkte seines Schaffens bilden „Rigoletto“, „Der Trubadour“, „La Traviata“, „Ein Maskenball“, „Die Macht des Schicksals“, „Aida“ und die Spätwerke „Othello“ und „Falstaff“. In all seinen Werken schildert Verdi Leidenschaften, ohne die Gesetze der Schönheit in Klag und Melodie zu verletzen.
„La forzza del destino“ schrieb VERDI im Jahre 1862 für das Opernhaus in St. Petersburg. Kritiker sagten damals: „Das Textbuch ist von beklagenswerter Konfusion.“ Trotzdem ist das Werk bis heute eine der beliebtesten Opern Verdis geblieben. Das tragische Schicksal der Liebenden Leonora und des Alvaro spielt sich in der Oper in 4 Akten ab. Der erste Akt spielt im Palast der Familie Calatrava in Sevilla. Die Flucht der Verliebten führt uns im 2. Akt in die Schenke im Dorf Hornachueos und zum Franziskanerkloster auf einem Berg. Der dritte Akt handelt in der vordersten Stellung der spanisch – italienischen Truppen bei Velletri in der Nähe Roms, im Offiziersquartier in einem Kastell bei Velletri und am Markt zu Velletri. Das Drama endet im Hof des Franziskanerklosters und bei der Eremitenhütte im Gerbirge. Als Leonora, vom eigenen Bruder Carlos erstochen, in den Armen des verzweifelten Alvaro stirbt, bleibt die Hoffnung auf ein Wiedersehen im Himmel.
3.) SOLDAT GAI = Der lustige Soldat von Georgi Salnikof
Das Stück des zeitgenössischen russischen Komponisten SALNIKOF ist ein Konzertmarsch. Konzertmärsche sind im 2/4 Takt geschrieben. Sie gliedern sich in Einleitung, Seitenthema, Trio und Schlussteil, sind jedoch nicht – wie etwa Militärmärsche – zum Marschieren geeignet. Der folgende moderne Konzertmarsch ist wahrscheinlich für manche Zuhörer gewöhnungsbedürftig. Das Eingangsthema zieht sich durch das gesamte Stück und kehrt auch zum Schluss wieder zurück. Eigenartig erklingen an einigen Stelen gemeinsam Piccoloflöte, Es – Klarinette und das Glockenspiel. Damit kommt musikalisch sehr gut zum Ausdruck, wie der Soldat fröhlich durchs Leben schreitet. Der folgende moderne Konzertmarsch ist das Pflichtstück in der Kunststufe D beim diesjährigen Konzertwertungsspiel am 05. Dezember.
4.) ARMENISCHE TÄNZE – TEIL 1 von Alfred REED
Der zeitgenössische amerikanische Komponist Alfred REED wurde am 25. Jänner 1921 in Manhattan – New York geboren. Während des 2. Weltkrieges kam REED als Trompeter zum US Luftwaffenmusikkorps. Nach dem Krieg beendete er seine Musikstudien. Ab 1948 arbeitete REED als Komponist und Arrangeur für die New Yorker Rundfunkstation NBC. Seit 1953 unterrichtete REED an verschiedenen Universitäten Amerikas Musik. 1966 wurde er Professor an der Universität von Miami in Florida. Er bereist die ganze Welt als Gastdirigent, Vortragender und Workshopleiter. REED veröffentlichte bisher fast 400 Kompositionen. Darunter zahlreiche für Blasorchester. Das Stück „Armenische Tänze“ basiert auf Volksliedern, die von Gomidas VARTABED, dem Begründer der klassischen armenischen Musik, gesammelt und aufgezeichnet wurden. VARTABED hat über 4.000 armenische Volkslieder der Nachwelt erhalten. Er war Mitbegründer der Internationalen Musikgesellschaft und starb 1935 im Exil in Paris. Sein Vermächtnis für das armenische Volk ist unschätzbar, denn sein Hauptverdienst liegt in der Überlieferung jahrhundertealter Volksmelodien.
Die einzelnen Volksliederteile des Stückes heißen: Der Marillenbaum: Es zeichnet sich durch besondere Expressivität und rhythmische Vitalität aus. Lied des Rebhuhns: Die einfache Melodie soll die zarten Schritte des Rebhuhns symbolisieren. Hei, mein Nazan: Ist ein humorvolles Lied, das GOMIDAS um des Kontrastes Willen mit einer langsamen Melodie verband. Die Melodik ahmt lautmalerisch Gelächter nach. Schmiss, Schwung, Los!, Los!: Es wird in einem Höllentempo gespielt und stellt an die Holzbläser höchste Anforderungen.
5.) OLYMPICA von Jan Van der ROOST
Der belgische Komponist, geboren 1956 studierte in Löwen, Gent und Antwerpen, wo er das Abschlussdiplom in Komposition errang. Er ist als Dirigent, Komponist, Arrangeur und vielfältiger Wertungsrichter tätig. Die Werke Van der Roosts für Blasorchester orientieren sich an amerikanischen Vorbildern. Holzblasinstrumente und Perkussion nehmen daher bei diesen Kompositionen einen wichtigen Platz ein. Jan Van der Roost ist ein sehr vielseitiger Komponist. Neben seinen Kompositionen für Blasorchester, hat er Werke für Bläserquintett, Chor, Klavier, Gitarre, Streichorchester, Soloinstrumente und Sinfonieorchester geschrieben. Zahlreiche seiner Werke wurden in Rundfunk und Fernsehen uraufgeführt oder von berühmten Interpreten aus der ganzen Welt auf Tonträger eingespielt. Heute schreibt Jan Van der Roost ausschließlich Auftragskompositionen. Diese „Grand Overture“ wurde 1992 im Auftrag der japanischen „Nagano Community Band“ geschrieben und ist dem Dirigenten, Ikuo Inagaki, gewidmet. Das Werk setzt sich aus drei Hauptthemen zusammen, die jedes für sich einen ganz bestimmten Gedanken musikalisch darstellt. So symbolisiert das erste Thema, das vor allem von den Blech- und Holzbläsern und vom Schlagzeug getragen wird, das Orchesterjubiläum, aus dessen Anlass dieses Werk komponiert wurde. Es folgt ein kraftvolles Allegro, das sich durch die Virtuosität aller Register, vor allem aber der Holzbläser auszeichnet. Dieser Teil beschreibt die Begeisterung, mit welcher die Mitglieder der „Nagano Community Band“ ihr Hobby ausüben. Das dritte, choralmäßig ausgelegte Thema wird von den Blechbläsern und den Rohrblattinstrumenten vorgestellt. In sanften, warmen Klängen wird die Schönheit der Natur in und um Nagano beschrieben. Nach einem kammermusikalischen Zwischenspiel mit Flöten-, Oboen-, Klarinetten-, Altsaxophon- und Hornsoli wird das Allegro wieder aufgenommen. Die Komposition endet mit einem großartigen Finale, in welchem die beiden vorhergehenden Themen neu verarbeitet werden. Die sehr farbenprächtige Instrumentierung und die Mannigfaltigkeit der musikalischen Bilder machen „Olympica“ zu einem fesselnden und einer Jubiläums-Ouvertüre würdigen Werk!
6.) DER STURM von James HORNER
James HORNER, geboren am 14.08.1953 in Los Angeles (Kalifornien) gehört zu den kreativsten und vielbeschäftigsten Komponisten in der Filmbranche. Seine Soundtracks, also die Titelmelodien, berühmter modernerer Filme haben Weltruhm erlangt. So schrieb er u.a. die Kennmelodien für: A beautiful Mind, AliensAliens – Die Rückkehr, Troja, Titanic, Braveheart. Die dramatische Geschichte des Films basiert auf einer wahren Tragödie, die sich 1991 auf dem Nordatlantik abgespielt hat. Der Kapitän eines Fischerbootes fährt mit seiner sechs köpfigen Besatzung zum Fang aufs Meer hinaus. Sie nehmen den Kampf gegen das Meer auf, denn die besten Fischgründe befinden sich an den gefährlichsten Stellen, an denen Hurrikans entstehen. Zurück bleiben die Familienmitglieder und die Liebsten, die um ihr Männer bangen. Im Kampf gegen den Sturm kann auch die Küstenwache nicht helfen. Das Meer bleibt Sieger, denn das Schiff geht unter. Die Männer sind verloren! 7.) A TRIBUTE TO LIONEL HAMPTON Komponist: André WAIGNEIN
Lionel HAMPTON, geboren am 20. April 1908 in Louisville, Kentucky, gestorben am 31. August 2002 war Bandleader, Schlagzeuger, Jazzpercussionist, Pianist und Vibraphon – Virtuose. Das Vibraphon wurde 1907 erstmals in den USA gebaut. Es ist dem Xylophon ähnlich, jedoch können die Töne jeder Klangröhre durch Rotation einer Metallschreibe in regulierbares Vibrato gebracht werden.
1930 bat Louis Armstrong während Tonbandaufnahmen Hampton, das Vibraphon zu spielen. Seither perfektionierte Lionel Hampton das Vibraphon als solistisches Jazzinstrument. 1936 - 1940 war er Mitglied des legendären Benny Goodman Quartetts. 1940 – 1965 leitete er seine eigene Big Band und sein Lionel Hampton Quintett. Er spielte bis ins hohe Alter mit großer Energie bei Konzertauftritten.
Das folgende Stück ist für Vibraphon und Blasorchester von André Waignein geschrieben.
Die Komposition „A TRIBUTE TO LIONEL“ besteht aus zwei Teilen. Im langsamen ersten Teil treten deutlich die unvergleichlich warmen Klänge des Vibraphons in den Vordergrund. Der zweite Teil ist im Jazzstil Lionel Hamptons geschrieben. Es ist ein spektakuläres Stück, welches sowohl das Orchester als auch das Publikum begeistert. Für eine gelungene Aufführung ist ein Vibraphon mit 4 Oktaven wünschenswert; ist dies jedoch nicht vorhanden, können die hohen Abschnitte auch in den tieferen Oktaven gespielt werden. Die erste Aufführung dieses Stückes fand am 18.03.1997 in Tournai statt. Der Sohn des Komponisten trat dabei als Solist auf, begleitet vom Blasorchester des Konservatoriums in Tournai, unter der Leitung des Komponisten André Waignein.
8.) BEST OF FANK SINATRA Arrangement für Blasmusik und Gesang von Bezirkskapellmeister Gerhard LEEB
Der amerikanische Sänger, Filmschauspieler und größte Entertainer seiner Zeit wurde am 12.12.1915 in Hoboken, nahe New York geboren und starb am 14.05.1998 im Alter von 82 Jahren. SINATRA, der stets Bing CROSBY als sein Vorbild bezeichnete, ließ sich vorerst nicht fest an eine Band binden. Schließlich sang er in den Jahren 1939 – 1942 in den Big Bands von Harry JAMES und Tommy DORSEY. Er wurde zum Idol der Backfische der damaligen Zeit. Parallel hiezu begann Sinatras Filmkarriere mit „Urlaub in Hollywood“. Den Durchbruch und einen Oscar verschaffte ihm eine Nebenrolle in dem Film über den japanischen Angriff auf Pearl Harbor „Verdammt in alle Ewigkeit“ im Jahr 1953. Frank SINATRA stieg zum anerkannten Schauspieler und Entertainer auf. 1958 folgte „Verdammt sind sie alle“ mit Dean Martin. Weiters:„Die oberen Zehntausend“„Der Mann mit dem goldenen Arm“ „Botschafter der Angst“ Unvergesslich sind auch seine Filme mit Dean Martin und Sammy Davis junior:„Die siegreichen Drei“„Sieben gegen Chicago“„Auf dem Highway ist die Hölle los 2“. Mit ihnen bestritt er auch zahlreiche Bühnenshows. SINATRA hat bei seinen Shows und Studioaufnahmen Maßstäbe gesetzt. Im Spiel mit dem Publikum erreichte er eine unglaubliche Begeisterungsfähigkeit. Kein anderer Sänger im 20. Jahrhundert hat eine solch große Bandbreite an musikalischen Stilrichtungen in der populären Musik abgedeckt wie Frank SINATRA.
9.) KONGOLELA von Jan Magne FORDE
Jan Magne FORDE, geboren 1962 ist einer der berühmtesten zeitgenössischen skandinavischen Jazztrompeter. Er arbeitete als Solist, Arrangeur und Komponist. Aus seiner Feder stammen bereits mehr als 250 Kompositionen. Das Stück „Kongolela“ ist ein für Blasmusik vertonter afrikanischer Volksgesang. Da der Rhythmus vorherrschend ist, sind Perkussion und Schlagzeug besonders gefordert.
10.) HAAGER FESTMARSCH Komponist: Ferdinand HARMER Neu – Arrangement: Bez. Kpm. Gerhard LEEB
Der Eggenburger Ferdinand HARMER, geboren am 31. Mai 1891, verstarb am 21. Juni 1956 und ist den reiferen Haager Semestern als Vollblutmusiker kein Unbekannter. Als Kind lernte er Violine, Flügelhorn und Klavier. Beim Militär und in der Kriegsgefangenschaft war er Musikunteroffizier, Orchesterleiter und Chorleiter. Am 21. September 1921 kam HARMER als Beamter zum Bezirksgericht Haag. Gleich hach Dienstantritt übernahm er 1921 die Chormeisterstelle des Männergesangsvereines „Liedertafel“ und wurde Dirigent des Streichorchesters. Am 14. März 1925 wurde er Kapellmeister der Haager Blasmusikkapelle. Er war auch Kirchenmusiker und Leiter eines Salonorchesters. HARMER gehörte in den folgenden Jahren zu den Gründern des „Bandes der nieder-österreichischen Blasmusikkapellen“ und war deren Obmann im Bezirk Amstetten. Musikdirektor Ferdinand HARMER war auch Gelegenheitskomponist. Für die Haager Stadterhebungsfeierlichkeiten im Herbst 1932 hat HARMER den folgenden „Haager Festmarsch“ komponiert. Diese Komposition wurde von Gerhard LEEB neu arrangiert und auf der eben erst erschienen CD „Klingendes – Singendes Haag“ eingespielt.
Dieser Text wurde von HR LSI Josef Jochinger in Zusammenarbeit mit Ewald Huber zusammengestellt. Für die Homepage adaptiert von Mayrhofer Franz.
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