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Jubiläumskonzert 2005
Das diesjährige Herbstkonzert steht im Zeichen des
145-jährigen Bestehens des Vereines. Mit musikalischen Highlights aus den
Konzerten der letzten Jahrzehnte gibt die Stadtkapelle unter Kapellmeister Ewald
Huber und seinem Stellvertreter Karl Schleindlhuber einen Querschnitt durch das
Repertoire des Klangkörpers.
Eigentlich feiert der
Verein heuer 2 Jubiläen:
1860 wurde ein
Gesangsverein gegründet. Sein Tagebuch beginnt mit dem 12. Dezember 1860. Die
amtliche Genehmigung durch die k.u.k. Statthalterei – heute
Bezirkshauptmannschaft – erfolgte am 8. September 1861. Einen Tag später wählten
16 Gründungsmitglieder die Funktionäre. Bereits 1862 zählte der Verein 26
Mitglieder.
1875 kam es
zur Gründung einer Musikkapelle und eines Streichorchesters im Verein. Dies
wurde im Dezember 1875 durch eine Satzungsänderung besiegelt. Deshalb sprach ich
eingangs von 2 Jubiläen.
Der Verein
diente in den Anfangsjahren der Pflege der Geselligkeit und umrahmte kirchliche
Feste und Feiern. Einen erstmaligen schriftlichen Hinweis auf die Beteiligung
bei Begräbnissen und Hochzeiten findet man am 17. September 1900. Alle diese
Aktivitäten waren ausschließlich auf den Markt Haag beschränkt.
Fledermaus – Ouvertüre zur
gleichnamigen Operette
von Johann Strauß –
Sohn
Der Walzerkönig wurde übrigens vor 180 Jahren, am
25. Oktober 1825 in Wien geboren und starb am 3. Juni 1899.
Die Fledermaus ist
ein Auftragswerk des damaligen Direktors des Theaters an der Wien. Strauß hält
in diesem Werk dem Wiener Bürgertum einen Spiegel vor, in dem er das
leichtfertige Leben der High Society auf die Bühne stellte. Der Komponist
dirigierte selbst die Uraufführung am Ostersonntag, dem 5. April 1874.
Chronik:
Über
die Tätigkeit des Vereines von 1901 bis 1908 finden sich keine nennenswerten
Aufzeichnungen. Zahlreiche Aktivitäten sind jedoch ab dem Jahre 1909 belegt. Es
wurde bei den Ballveranstaltungen der diversen Vereine musiziert. Man spielte
bei Wallfahrten, Sonnwendfeiern, Platzkonzerten, Kaiserfesten, Turnerfesten,
Festumzügen, Feuerwehrfesten, Zuchttierschauen, Schlittenrennen usw.
Am 1. Mai 1909 findet
man auch die erste Notiz über die Abhaltung des musikalischen Weckrufes zum „Tag
der Arbeit“, der auch heute noch veranstaltet wird. Dieser 1. Mai – Marsch
beginnt um 06.00 Uhr früh auf dem Hauptplatz. Anschließend marschiert die
Stadtkapelle zu Gewerbetreibenden und Honoratioren der Stadt, bringt ein
Ständchen und ersucht um eine Spende zur Erhaltung des Vereines. Dabei werden
die Musikerinnen und Musiker auch bewirtet.
1910 beschloss
der Musikverein erstmalig einen Tarif für die Musikbeistellung zu den
verschiedenen Veranstaltungen und Ausrückungen. Damit sollte für eine eigene
Uniformierung gesorgt werden. Weiters wurde der Probenbesuch aufgezeichnet und
für jede unentschuldigte Probe eine Pönale von 20 Heller kassiert.
Ein großartiges
50 – Jahr – Jubiläum feierte der Verein mit einem Gausängerfest am 24. Juni
1911.
Vor dem Ausbruch des
1. Weltkrieges gab es am 28. Juni 1914 noch ein 40 – jähriges Gründungsfest des
Veteranenvereins mit 10 fremden Musikkapellen.
Am 28. Juli erfolgte
die Kriegserklärung Österreich – Ungarns an Serbien. Der 1. Weltkrieg war
ausgebrochen. Nach der Mobilmachung wurden die einrückenden Soldaten am Bahnhof
musikalisch verabschiedet. In den Kriegsjahren waren die Aktivitäten des Musik-
und Gesangsvereines sehr eingeschränkt. Man spielte nur bei großen kirchlichen
Festen und bei Begräbnissen.
Auch in den ersten
Jahren der Zwischenkriegszeit finden sich keine nennenswerten Aktivitäten, bis
mit dem Jahre 1925 die Ära von „Ferdinand Harmer“ begann.
Titanic
eine dramatische
Fantasie von Stephan Jaeggi
Der Schweizer
Komponist, Dirigent und Arrangeur, geboren 1903, gestorben 1957, lässt uns das
tragische Geschehen des Unterganges der Titanic musikalisch nachempfinden.
Das größte
Passagierschiff seiner Zeit sank in der Nacht vom 14. zum 15. April 1912 auf der
Jungfernreise nach der Kollision mit einem Eisberg nahe der Neufundlandbank.
1493 Menschen, die kurz zuvor noch ausgelassen feierten, fanden bei dieser
Tragödie den Tod.
Erleben sie diese
erste und letzte Fahrt der Titanic von ihrem Auslauf aus Southampton bis zum
Untergang in ihrer ganzen Dramatik.
Concerto
für Altsaxophon und Orchester
von Ronald Binge
Für das folgende Concerto unterbrechen wir den
Blick in die Chronik des Vereines.
Der Solist Harald Weidinger, der Obmann des
Vereines, legt nämlich bei diesem Stück die Prüfung für das
Musikerleistungsabzeichen ab. Dazu dürfen wir den Juror, Landeskapellmeister
Prof. Eduard Scherzer nochmals begrüßen.
Ronald Binge, geboren 1910, starb 1979. Er war
einer der erfolgreichsten Komponisten Englands seiner Generation. Als Organist
in einem Kino lernte er die Repertoires der Unterhaltungsmusik kennen und
schrieb Arrangements für ein kleines Orchester. 1935 begann Binges
Zusammenarbeit mit dem Italiener Mantovani, der als Geiger und Dirigent Erfolge
feierte. Binge schrieb für Mantovanis Orchester nun alle Arrangements.
1940 kam Ronald Binge zur königlichen Luftwaffe,
spielte im Orchester und leitete einen Chor.
Nach Kriegsende arbeitete Binge wieder als
Bearbeiter und Arrangeur für Mantovani und das Rundfunkorchester der BBC.
Daneben komponierte er für mehr als fünfzig TV- und Spielfilmproduktionen die
Musik. Inspiriert durch die Akustik großer Kathedralen, kreierte er 1951
Mantovanis legendären Streichersound.
Binge war zu seiner Zeit das Paradebeispiel des
erfolgreichen Unterhaltungskomponisten, vielleicht zu vergleichen mit dem neuen
Typus der Filmmusik-Komponisten von heute.
Das dreisätzige Konzert für Altsaxophon komponierte
Binge 1951 für das internationale „Festival of Light Music“. Erst später
arrangierte er das Werk für sinfonisches Blasorchester. 1979 spielte es die
niederländische Marinekapelle erstmals in der heutigen Form.
Sie hören heute zuerst den zweiten Satz „Romance“
und dann den ersten Satz, ein „Allegro Spirituoso“.
„Romance“, der langsame Satz belegt das Können des
Komponisten für die musikalische Form, indem er ein einziges Thema verarbeitet.
Es wird zuerst vom Saxophon präsentiert, dann vom Orchester weiterentwickelt und
löst sich zum Schluss in ein sterbendes Nichts auf.
Der erste Satz „Allegro Spirituoso“ zeigt die
ersten Kontraste mit einem lebhaften, feurigen, energischen Thema und einem
zweiten eher lyrischen Teil.
Der Solist kann mit Virtuosität die Kraft,
Vielseitigkeit und Flexibilität des modernen Saxophonisten zum Ausdruck bringen.
Wir wünschen dem Solisten, Obmann Harald Weidinger,
viel Erfolg.
Chronik:
Seit dem Jahre 1921 lebte in Haag der in Eggenburg
geborene Ferdinand Harmer als Gerichtsbeamter. Er lernte als Kind Violine,
Flügelhorn und Klavier, diente bei der Regimentsmusik in Krems und absolvierte
dort die Musikausbildung in Theorie und Praxis.
Dieser musikalische Gerichtsbeamte genoss größte Wertschätzung bei der
Bevölkerung und konnte viele zu musikalischen Aktivitäten im Chor-, Streich- und
Blasmusiksektor begeistern.
Er
wurde bei der Generalversammlung am 8. März 1925 zum Instruktor gewählt. Sein
Aufgabengebiet erstreckte sich auf die Ausbildung des Nachwuchses und auf das
Dirigieren. Ab 1928 wird Harmer auf Grund seines Aussehens als Musikdirektor
gefeiert, denn er war auch Kirchenmusiker, Leiter eines Salonorchesters und
Gelegenheitskomponist.
Überregional war Harmer ebenfalls für die Blasmusik von Bedeutung. 1925 kam es
zur Gründung des „Musik – Gauverbandes“ mit Sitz im Markt Haag. Obmann war
Ferdinand Harmer.
Im
März 1929 wurde der „Bund der Musikkapellen Niederösterreichs und des
Burgenlands“ gegründet. Die Obmannstelle für den Bezirk Amstetten übernahm
Harmer.
Nachdem 1952 der Verein „Bund niederösterreichischer Blasmusikkapellen“
gegründet wurde, stand Musikdirektor Ferdinand Harmer der
Bezirksarbeitsgemeinschaft Amstetten bis zu seinem Tod im Jahre 1956 vor.
In
dieser Zeit blühte das Vereinsmusikleben. Der Verein zählte 43 Aktive und 354
unterstützende Mitglieder. Es wurden zahlreiche landesweite Veranstaltungen
besucht und das musikalische Niveau war beachtlich.
Den
Höhepunkt der Zwischenkriegszeit bildeten die Feierlichkeiten zur Stadterhebung
Haags vom 28. September bis 2. Oktober 1932. Dafür komponierte Ferdinand Harmer
den „Haager Festmarsch“. Am 2. Oktober 1932 fand ein Preisspiel mit weiteren 6
Kapellen statt. Abschließend bestritten die 300 Musiker unter dem Dirigenten
Harmer ein Monsterkonzert.
Des
weiteren etablierten sich in der Zwischenkriegszeit auch interne Events im
Vereinsleben, die bis heute Bestand haben. Mit dem Musikerausflug und der
Weihnachtsfeier konnten die Frauen damals die Männerdomäne durchbrechen.
Mit
dem Einmarsch der deutschen Truppen im März 1938 war auch im Verein bald der
nationalsozialistische Geist zu spüren. Und mit Kriegsbeginn im Jahre 1939 enden
die Aktivitäten und die Eintragungen in der Chronik. Bis 1945 findet man nur
Hinweise auf die musikalische Umrahmung von Begräbnissen.
Mexican
Pictures von Franco Cesarini
Franco Cesarini, geboren 1961 in der Schweiz, gewann zahlreiche Preise,
unterrichtet an der Musikhochschule in Zürich, ist Dirigent, Jurymitglied bei
Musikwettbewerben und vielseitiger Komponist.
Seine viersätzige Suite „Mexican Pictures“ (Mexikanische Bilder) ist von der
mexikanischen Volksmusik inspiriert.
Die
Stadtkapelle hat dieses Werk als Selbstwahlstück für das Bezirkswertungsspiel am
Sonntag, dem 4. Dezember hier in der Mostviertelhalle gewählt. Die Kapelle
spielt in der Höchststufe E.
Chronik:
Der unselige 2. Weltkrieg hatte in der Bevölkerung
und im gesamten Vereinsleben seine Spuren hinterlassen. Nach einer langen Pause
rückte die Stadtkapelle Haag mit 12 Mann im Jahre 1945 zur
Allerheiligenprozession aus. Da unsere Heimat russische Besatzungszone war, war
die Prozession durch die Besatzungsmacht geprägt. Es wurden die Gräber von KZ –
Opfern, die Grabstätten gefallener russischer und französischer Soldaten
besucht. Vertreter der kommunistischen Partei hielten die Ansprachen und die
Stadtkapelle musste die russische Hymne und die Internationale spielen.
Da es keine Musikschule gab, lag die Ausbildung des
Nachwuchses in den Händen der wenigen Aktiven, die sich darin sehr verdient
gemacht haben. Durch Spenden der Stadtsparkasse und eine Unmenge von
Ausrückungen konnten Instrumente angeschafft werden.
Die Nachkriegszeit ist vom Aufbauwillen der
Bevölkerung und von einer Gründungswelle von Vereinen und Organisationen
geprägt. Die Brauchtumspflege lebte in Volkstanz-, Schuhplattler- und
Ländlergruppen und im ländlichen Fortbildungswerk auf. Die Jägerschaft
organisierte sich, es entstanden Theatergruppen, ein äußerst aktiver ÖAMTC –
Zweigverein Haag und eine Turn- und Sportunion mit zahlreichen Sektionen. Alle
diese Gruppen organisierten zahlreiche Feste, Feiern und Treffen die der Musik-
und Gesangsverein Haag musikalisch begleitete.
Durch die Gründung des Blasmusikverbandes im Jahre
1952 etablierten sich neue Veranstaltungen wie Bezirks- und Landesmusikfeste,
Tage der Blasmusik, sowie Konzert- und Marschbewertungen. Dies alles führte zu
einer starken Präsenz des Vereines im gesellschaftlichen Leben der Stadt, des
Bezirkes und des Landes.
In der Mitte der 50-er Jahre etablierten sich die
Familienkonzerte als Vorläufer der heutigen Herbstkonzerte. Vom damaligen
Stadtamtsdirektor Hans Wairinger wurden die verbindenden Worte gesprochen.
Nach dem Tode des Musikschuldirektors Ferdinand
Harmer übernahm Franz Rauchegger das Amt des Kapellmeisters. Franz Innerhuber
war weiterhin Chormeister. Als Franz Rauchegger am 12. Februar 1965 überraschend
aus dem Verein austrat, drohte sich die Stadtkapelle aufzulösen. Sie war auf 17
Mitglieder geschrumpft.
Es begann die Ära Josef Leeb.
Man in the
Ice von Otto
Schwarz
Am 19. September 1991 wurde in den Ötztaler Alpen
am Similaun - Gletscher eine mumifizierte Leiche eines Mannes gefunden. Der
Gletscher hatte nach ca. 5300 Jahren einen frühzeitlichen Menschen freigegeben,
mit all seinem Hab und Gut. So waren seine Kleidungsstücke und Waffen ziemlich
gut erhalten und geben uns heute eine genauere Einsicht in die damalige Zeit.
Der österreichische Naturfilmer Kurt Mündel hat das
Leben dieses Mannes nachkonstruiert und einen Film gedreht, beruhend auf Fakten,
wie es damals hätte sein können. Otto M. Schwarz nahm diese Dokumentation zum
Anlass, ein Werk für sinfonisches Blasorchester zu schreiben, um den „Mann im
Eis“ musikalisch wieder auferstehen zu lassen.
Mit „Man in the Ice“ erspielte die Stadtkapelle
beim internationalen Wettbewerb im Juni in Liechtenstein den „Violinschlüssel in
Bronze“. Es ist auch das Pflichtstück beim Bezirkswertungsspiel am 4. Dezember.
Chronik:
1965 wurde in Stadt Haag dringend ein kompetenter Kapellmeister gesucht. LAbg.
Franz Brunner, Bürgermeister Ernst Huber und Chormeister Franz Innerhuber
überzeugten Josef Leeb bei der Stadtgemeinde Haag den Posten eines
Kulturamtsleiters zu übernehmen. Die Aufgaben waren eine Musikschule aufzubauen
und den Musik- und Gesangsverein (spätere Stadtkapelle Haag) wieder auf
Vordermann zu bringen.
Josef Leeb, geboren 1921, war zu diesem Zeitpunkt hauptberuflich
Gemeindesekretär in St. Pantaleon, leitete dort die Ortskapelle und baute
daneben eine Jugendkapelle auf. Seine musikalische Ausbildung erhielt er durch
Privatunterricht in Querflöte und Klarinette. Er bildete sich am Linzer Bruckner
– Konservatorium in den Fächern Querflöte und Dirigieren fort. Neben seiner
Tätigkeit als Gemeindesekretär in St. Pantaleon gründete er bereits 1952 den
„Verbund niederösterreichischer Blasmusiken“.
Bei
der Generalversammlung am 24. Jänner 1966 zeichnete sich eine neue Ära für den
Verein ab. Der Landesobmann des Bundes niederösterreichischer Musikkapellen
(später NÖ Blasmusikverband), Josef Leeb, übernahm das Amt des Kapellmeisters.
Eine seiner ersten Aktionen war die Einführung von Registerproben. Am 16. Juli
1966 stellte sich der Musik- und Gesangsverein im Rahmen des Familienkonzertes
in der neuen Tracht vor. 1967/1968 wurde auch das eigene Probenlokal bei der
Gemeinde errichtet. Die erste Probe war am 1. September 1968.
Durch die intensive Jugendarbeit war es möglich,
bereits im Mai 1967 die Jugendkapelle der Bevölkerung vorzustellen. Bald wurde
es zum national und international erfolgreichen „Jugendblasorchester der Stadt
Haag“.
1966 wurde die erste Frau, die Tochter des
Kapellmeisters, in die Kapelle aufgenommen. Eine Männerdomäne war durchbrochen
und andere Kapellen folgten diesem Beispiel.
Mit Josef Leeb begann ein nationaler und
internationaler Kulturaustausch. Der enorme musikalische Aufschwung brachte es
mit sich, dass sich die Stadtkapelle Haag als „Paradeorchester“ etablieren
konnte.
Vom 9. bis 11. August 1968 fand in Haag das 4.
internationale Jugendkapellentreffen mit 15 Kapellen aus der Tschechoslowakei,
Dänemark, Luxemburg, Deutschland und Österreich statt.
Schließlich bildete die erste Zusammenarbeit mit
dem „Österreichischen Rundfunk“ unter dem Titel „Ein Sonntag in Haag“ am 17.
Oktober 1970 den Höhepunkt des bisherigen Vereinslebens.
Mazama von
Jay Chattaway
Das
Werk wurde erstmals am 16. November 1984 in Seattle, USA, unter der Leitung des
Komponisten aufgeführt.
Die
Mazamas waren ein Indianerstamm, der beim Ausbruch eines Vulkans ums Leben kam.
Die Ursprünglichkeit des Indianischen erleben wir in Instrumentation, Gesang und
dem Einsatz der Rhythmusinstrumente. Sie hören die Flöte, die sich frei
entfalten kann. Die Mitglieder der Stadtkapelle singen auf indianische Art. und
die Schlagzeuggruppe ist mit allen verfügbaren Musikern besetzt.
Dadurch wird dem Stück ein einzigartiger Pulsschlag verliehen und
Überraschungseffekte steigern die Dramatik.
Chronik:
Mit
dem Vereinsjahr 1971 verstärkte sich die Ära Leeb. Gerhard Leeb, der Sohn des
Kapellmeisters, wurde Kapellmeister – Stellvertreter. Er studierte Klarinette
und Oboe, war Bankbeamter und unterstützte den Vater beim Aufbau und im
Unterricht in der Musikschule.
Seine Dirigentenausbildung erhielt er beim Blasmusikverband. Er ist Ausbildner
bei Kapellmeisterkursen, Konzert- und Marschmusikrichter und
Bezirkskapellmeister im Bezirk Amstetten.
Gerhard Leeb entwickelte eine besondere Gabe bei der Programmgestaltung, indem
er jegliche Musikrichtung in seinem Repertoire einbindet. Im April 1971 bekam
der Musik- und Gesangsverein erstmals zwei weibliche Mitglieder als Neuzugang
vom Jugendblasorchester.
1972 erfolgte in Haag eine Fernsehaufzeichnung mit dem unvergessenen Heinz
Conrads.
In
den 70-er Jahren gab es 4 Auslandsreisen nach Belgien und nach Deutschland. Die
Stadtkapelle wirkte an zahlreichen internationalen und nationalen Festen im
Bundesland mit. Sie wurde von diversen Organisationen im Bundesland und darüber
hinaus zur musikalischen Umrahmung ihrer Feste engagiert.
Im
Rahmen des Landesmusikfestes in St. Pölten wurde 1977 die Verbandsfahne des NÖBV
an die Stadtkapelle Haag überreicht. 1975 und 1977 gab es weitere
Rundfunkaufnahmen.
1978 erfolgte die Einführung des „Herbstkonzerts“ anstatt des Familienkonzertes.
In den verbindenden Worten sollte besonders auf die Komponisten, sowie auf Art,
Inhalt und Musikrichtung der Werke eingegangen werden.
Als
1979 Prof. Josef Leeb den Taktstock zurücklegte, übernahm Gerhard Leeb die
Funktion des Kapellmeisters. Im selben Jahr übernahm Ernst Forstmayr die
Obmannstelle von Komm. Rat Karl Gruber.
1981 fand die „Gala der Blasmusik“ in Haag statt. Zu den auftrittsreichsten
Jahren zählt 1982. Im August feierte der NÖBV in Haag sein 30-jähriges Jubiläum
mit 130 Musikkapellen und 4.500 Musikern und Musikerinnen. Im September gab es
die Feierlichkeiten „950 Jahre Pfarre – 50 Jahre Stadt Haag“.
Die
Qualität des Klangkörpers wurde durch seine Kapellmeister Josef und Gerhard Leeb
derart gesteigert, dass bei den Bezirkswertungsspielen von 1973 bis 1977 in der
Stufe C und seit 1978 in der Höchststufe D stets ein ausgezeichneter Erfolg
erspielt werden konnte.
Für
die Stadtkapelle war zweifellos das Jahr 1985 ein Höhepunkt. Landeshauptmann HR
Mag. Siegfried Ludwig überreichte die höchste Auszeichnung des Landes NÖ, „den
Sonderpreis des Landeshauptmannes“.
Nun
übernimmt Karl Schleindlhuber den Taktstock für:
Themes
from "Faces", "Nussknackerswing"
and a "Tribute to Count Basie"
Faces stammt von der
bekannten Rock – Jazz Formation “Earth, Wind and Fire”. Den Nussknackerswing hat
Hans – Joachim Rhinow nach der Nussknacker Suite von Peter Iljitsch Tschaikowsky
arrangiert. Und Melodien der Jazzlegende Count Basie arrangierte der Japaner
Toshio Mashima. Karl Schleindlhuber hat diese drei Arrangements zu einem Medley
zusammengestellt.
Chronik:
Die
letzten 20 Jahre waren von zahlreichen Aktivitäten und Höhepunkten unter den
Obmännern Johann Hiebl und Harald Weidinger geprägt. Beide musizieren auch als
aktive Musiker.
1986 wurde Johann Hiebl Obmann. Sein ganzes Streben galt dem Bau eines
zeitgemäßen Musikheims, das den fast 90 Musikern und Musikerinnen angemessenen
Probenraum und Möglichkeiten für das Vereinsleben bietet. 1994 begann der Um-
und Ausbau der ehemaligen Jahnturnhalle. Am 30. Mai 1997 wurde das „Haus der
Musik“, ein Vorzeigeobjekt, eröffnet.
2001 übernahm Harald Weidinger die Obmannstelle. Sein Ziel ist die Anschaffung
einer neuen Tracht.
Die
Kapellmeister Gerhard Leeb und Ewald Huber steigerten das musikalische Niveau
der Stadtkapelle und führten sie bei Bezirkswertungsspielen und internationalen
Bewerben von Erfolg zu Erfolg. Gerhard Leeb übergab nach 30 Jahren die
Kapellmeisterstelle an Ewald Huber im Herbst 1997, nachdem Huber bereits seit
1995 als Kapellmeister – Stellvertreter fungierte.
Die
Stadtkapelle wurde zu zahlreichen Auftritten im In- und Ausland eingeladen,
spielte in Berlin, verschiedenen Orten Deutschlands und in Belgien.
Ein
musikalischer Höhepunkt waren 1991 die 130 – Jahr Feierlichkeiten mit einem
Bezirksmusikfest und einem Blumenkorso.
Beim internationalen Wertungsspiel in Meran erreichte die Kapelle 1990 einen
ersten Preis mit Auszeichnung.
1999 gab es beim Landeskonzertwertungsspiel in St. Pölten den 3. Platz.
2001 erzielte das Orchester in Riva del Garda von
über 80 Kapellen den ausgezeichneten 7. Rang.
Im
Juni 2003 erspielte die Stadtkapelle Haag im nordspanischen Calella mit der
„Carmina Burana“ von Carl Orff und „Viva Musica“ von Alfred Reed in der
Höchststufe einen ausgezeichneten Erfolg und wurde nach Punkten Zweiter.
Und
schließlich konnte heuer in Liechtenstein der „Violinschlüssel in Bronze“
erreicht werden.
Die
Weiterentwicklung der Stadtkapelle zum sinfonischen Blasorchester von besonderer
Qualität dokumentieren am besten die Bezirkswertungsspiele. Von 1978 bis 1998
errang das Orchester in der Stufe D jeweils einen ausgezeichneten Erfolg. Seit
1999 gelingt dies in der Höchststufe E.
Die
hohe musikalische Qualität unserer Stadtkapelle veranlassten auch den ORF in den
letzten 20 Jahren den Klangkörper zu 10 Rundfunkaufnahmen, Live – Auftritten und
Fernsehaufzeichnungen zu verpflichten.
Als heimischer Klangkörper spielt die Stadtkapelle
bei Begräbnissen, beim Maibaumaufstellen, dem Maimarsch, dem Sonnwendfeuer, bei
Hochzeiten, der Florianimesse, zur Erstkommunion, zu Fronleichnam und zu
Allerheiligen. Sie verschönert die Feste der Vereine und spielt in naher und
ferner Umgebung bis zu 8 Frühschoppen pro Jahr.
1988 wurde der erste Tonträger mit dem Titel „Wien – New York“ aufgenommen.
Seither gab es 1998 die CD – Einspielung für die Jubiläums CD des
österreichischen Blasmusikverbandes „Kein schöner Land“. 2000 folgte die CD
Aufnahme „Zeitlos“ und 2004 die CD „Klingendes – Singendes Haag“.
Wenn auch der Gesangsverein, der 1860 den Verein gründete, 1998 wegen Mangel an
Nachwuchs seine sängerische Tätigkeit einstellte, so ist der „Musik – und
Gesangsverein“ zuerst als Markt- und seit 1932 als Stadtkapelle heute einer der
wichtigsten Kulturträger der Stadt mit über 80 aktiven Musikerinnen und
Musikern.
Durch den langjährigen Sitz des NÖBV auf unserem Gemeindeamt, die
Präsidentschaft von Prof. Josef Leeb im NÖBV bis 1992 und die Entwicklung der
Stadtkapelle zu einem Klangkörper höchster Qualität haben den Ruf unserer Stadt
als ein „Zentrum der Blasmusik“ begründet.
Children
of Sanchez von
Chuck Mangione
Der Titel findet sich auf
der CD “Zeitlos” aus dem Jahr 2000. Über den Inhalt des Stückes erfahren sie vom
Solisten Markus Wolf als Sänger. Als weitere Solisten begrüßen wir Thomas Strebl
an der Trompete und Markus Herbst an der E – Gitarre.
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