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PROGRAMM 2005

Jubiläumskonzert 2005

Fledermaus
J. Strauss Sohn

Titanic
S. Jaeggi

Concerto für Altsaxophon
R. Binge - Solist: Harald Weidinger

Mexican Pictures
Franco Cesarini

Man In The Ice
Otto M. Schwarz

Mazama
Chattaway Jay

Themes From "Faces", "Nussknacker-Swing" & "Tribute To Count Basie"
arr. Karl Schleindlhuber

Children Of Sanches
C. Mangione - Solisten: Thomas Strebl, Markus Herbst und Markus Wolf


 

Plakat gestaltet von Veronika Weidinger

Infos zu den Stücken

Neue Seite 1

Jubiläumskonzert 2005

 

Das diesjährige Herbstkonzert steht im Zeichen des 145-jährigen Bestehens des Vereines. Mit musikalischen Highlights aus den Konzerten der letzten Jahrzehnte gibt die Stadtkapelle unter Kapellmeister Ewald Huber und seinem Stellvertreter Karl Schleindlhuber einen Querschnitt durch das Repertoire des Klangkörpers.

Eigentlich feiert der Verein heuer 2 Jubiläen:

1860 wurde ein Gesangsverein gegründet. Sein Tagebuch beginnt mit dem 12. Dezember 1860. Die amtliche Genehmigung durch die k.u.k. Statthalterei – heute Bezirkshauptmannschaft – erfolgte am 8. September 1861. Einen Tag später wählten 16 Gründungsmitglieder die Funktionäre. Bereits 1862 zählte der Verein 26 Mitglieder.

         1875 kam es zur Gründung einer Musikkapelle und eines Streichorchesters im Verein. Dies wurde im Dezember 1875 durch eine Satzungsänderung besiegelt. Deshalb sprach ich eingangs von 2 Jubiläen.

         Der Verein diente in den Anfangsjahren der Pflege der Geselligkeit und umrahmte kirchliche Feste und Feiern. Einen erstmaligen schriftlichen Hinweis auf die Beteiligung bei Begräbnissen und Hochzeiten findet man am 17. September 1900. Alle diese Aktivitäten waren ausschließlich auf den Markt Haag beschränkt.

 

Fledermaus – Ouvertüre zur gleichnamigen Operette von Johann Strauß – Sohn

 

Der Walzerkönig wurde übrigens vor 180 Jahren, am 25. Oktober 1825 in Wien geboren und starb am 3. Juni 1899.

Die Fledermaus ist ein Auftragswerk des damaligen Direktors des Theaters an der Wien. Strauß hält in diesem Werk dem Wiener Bürgertum einen Spiegel vor, in dem er das leichtfertige Leben der High Society auf die Bühne stellte. Der Komponist dirigierte selbst die Uraufführung am Ostersonntag, dem 5. April 1874.

 

Chronik:

 

 Über die Tätigkeit des Vereines von 1901 bis 1908 finden sich keine nennenswerten Aufzeichnungen. Zahlreiche Aktivitäten sind jedoch ab dem Jahre 1909 belegt. Es wurde bei den Ballveranstaltungen der diversen Vereine musiziert. Man spielte bei Wallfahrten, Sonnwendfeiern, Platzkonzerten, Kaiserfesten, Turnerfesten, Festumzügen, Feuerwehrfesten, Zuchttierschauen, Schlittenrennen usw.

Am 1. Mai 1909 findet man auch die erste Notiz über die Abhaltung des musikalischen Weckrufes zum „Tag der Arbeit“, der auch heute noch veranstaltet wird. Dieser 1. Mai – Marsch beginnt um 06.00 Uhr früh auf dem Hauptplatz. Anschließend marschiert die Stadtkapelle zu Gewerbetreibenden und Honoratioren der Stadt, bringt ein Ständchen und ersucht um eine Spende zur Erhaltung des Vereines. Dabei werden die Musikerinnen und Musiker auch bewirtet.

1910 beschloss der Musikverein erstmalig einen Tarif für die Musikbeistellung zu den verschiedenen Veranstaltungen und Ausrückungen. Damit sollte für eine eigene Uniformierung gesorgt werden. Weiters wurde der Probenbesuch aufgezeichnet und für jede unentschuldigte Probe eine Pönale von 20 Heller kassiert.

Ein großartiges 50 – Jahr – Jubiläum feierte der Verein mit einem Gausängerfest am 24. Juni 1911.

Vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges gab es am 28. Juni 1914 noch ein 40 – jähriges Gründungsfest des Veteranenvereins mit 10 fremden Musikkapellen.

Am 28. Juli erfolgte die Kriegserklärung Österreich – Ungarns an Serbien. Der 1. Weltkrieg war ausgebrochen. Nach der Mobilmachung wurden die einrückenden Soldaten am Bahnhof musikalisch verabschiedet. In den Kriegsjahren waren die Aktivitäten des Musik- und Gesangsvereines sehr eingeschränkt. Man spielte nur bei großen kirchlichen Festen und bei Begräbnissen.

Auch in den ersten Jahren der Zwischenkriegszeit finden sich keine nennenswerten Aktivitäten, bis mit dem Jahre 1925 die Ära von „Ferdinand Harmer“ begann.

 

Titanic eine dramatische Fantasie von Stephan Jaeggi

 

Der Schweizer Komponist, Dirigent und Arrangeur, geboren 1903, gestorben 1957, lässt uns das tragische Geschehen des Unterganges der Titanic musikalisch nachempfinden.

Das größte Passagierschiff seiner Zeit sank in der Nacht vom 14. zum 15. April 1912 auf der Jungfernreise nach der Kollision mit einem Eisberg nahe der Neufundlandbank. 1493 Menschen, die kurz zuvor noch ausgelassen feierten, fanden bei dieser Tragödie den Tod.

Erleben sie diese erste und letzte Fahrt der Titanic von ihrem Auslauf aus Southampton bis zum Untergang in ihrer ganzen Dramatik.

 

 Concerto für Altsaxophon und Orchester von Ronald Binge

 

Für das folgende Concerto unterbrechen wir den Blick in die Chronik des Vereines.

Der Solist Harald Weidinger, der Obmann des Vereines, legt nämlich bei diesem Stück die Prüfung für das Musikerleistungsabzeichen ab. Dazu dürfen wir den Juror, Landeskapellmeister Prof. Eduard Scherzer nochmals begrüßen.

Ronald Binge, geboren 1910, starb 1979. Er war einer der erfolgreichsten Komponisten Englands seiner Generation. Als Organist in einem Kino lernte er die Repertoires der Unterhaltungsmusik kennen und schrieb Arrangements für ein kleines Orchester. 1935 begann Binges Zusammenarbeit mit dem Italiener Mantovani, der als Geiger und Dirigent Erfolge feierte. Binge schrieb für Mantovanis Orchester nun alle Arrangements.

1940 kam Ronald Binge zur königlichen Luftwaffe, spielte im Orchester und leitete einen Chor.

Nach Kriegsende arbeitete Binge wieder als Bearbeiter und Arrangeur für Mantovani und das Rundfunkorchester der BBC. Daneben komponierte er für mehr als fünfzig TV- und Spielfilmproduktionen die Musik. Inspiriert durch die Akustik großer Kathedralen, kreierte er 1951 Mantovanis legendären Streichersound.

Binge war zu seiner Zeit das Paradebeispiel des erfolgreichen Unterhaltungskomponisten, vielleicht zu vergleichen mit dem neuen Typus der Filmmusik-Komponisten von heute.

Das dreisätzige Konzert für Altsaxophon komponierte Binge 1951 für das internationale „Festival of Light Music“. Erst später arrangierte er das Werk für sinfonisches Blasorchester. 1979 spielte es die niederländische Marinekapelle erstmals in der heutigen Form.

Sie hören heute zuerst den zweiten Satz „Romance“ und dann den ersten Satz, ein „Allegro Spirituoso“.

„Romance“, der langsame Satz belegt das Können des Komponisten für die musikalische Form, indem er ein einziges Thema verarbeitet. Es wird zuerst vom Saxophon präsentiert, dann vom Orchester weiterentwickelt und löst sich zum Schluss in ein sterbendes Nichts auf.

Der erste Satz „Allegro Spirituoso“ zeigt die ersten Kontraste mit einem lebhaften, feurigen, energischen Thema und einem zweiten eher lyrischen Teil.

Der Solist kann mit Virtuosität die Kraft, Vielseitigkeit und Flexibilität des modernen Saxophonisten zum Ausdruck bringen.

Wir wünschen dem Solisten, Obmann Harald Weidinger, viel Erfolg.

 

Chronik:

 

Seit dem Jahre 1921 lebte in Haag der in Eggenburg geborene Ferdinand Harmer als Gerichtsbeamter. Er lernte als Kind Violine, Flügelhorn und Klavier, diente bei der Regimentsmusik in Krems und absolvierte dort die Musikausbildung in Theorie und Praxis.

         Dieser musikalische Gerichtsbeamte genoss größte Wertschätzung bei der Bevölkerung und konnte viele zu musikalischen Aktivitäten im Chor-, Streich- und Blasmusiksektor begeistern.

         Er wurde bei der Generalversammlung am 8. März 1925 zum Instruktor gewählt. Sein Aufgabengebiet erstreckte sich auf die Ausbildung des Nachwuchses und auf das Dirigieren. Ab 1928 wird Harmer auf Grund seines Aussehens als Musikdirektor gefeiert, denn er war auch Kirchenmusiker, Leiter eines Salonorchesters und Gelegenheitskomponist.

         Überregional war Harmer ebenfalls für die Blasmusik von Bedeutung. 1925 kam es zur Gründung des „Musik – Gauverbandes“ mit Sitz im Markt Haag. Obmann war Ferdinand Harmer.

         Im März 1929 wurde der „Bund der Musikkapellen Niederösterreichs und des Burgenlands“ gegründet. Die Obmannstelle für den Bezirk Amstetten übernahm Harmer.

         Nachdem 1952 der Verein „Bund niederösterreichischer Blasmusikkapellen“ gegründet wurde, stand Musikdirektor Ferdinand Harmer der Bezirksarbeitsgemeinschaft Amstetten bis zu seinem Tod im Jahre 1956 vor.

         In dieser Zeit blühte das Vereinsmusikleben. Der Verein zählte 43 Aktive und 354 unterstützende Mitglieder. Es wurden zahlreiche landesweite Veranstaltungen besucht und das musikalische Niveau war beachtlich.

         Den Höhepunkt der Zwischenkriegszeit bildeten die Feierlichkeiten zur Stadterhebung Haags vom 28. September bis 2. Oktober 1932. Dafür komponierte Ferdinand Harmer den „Haager Festmarsch“. Am 2. Oktober 1932 fand ein Preisspiel mit weiteren 6 Kapellen statt. Abschließend bestritten die 300 Musiker unter dem Dirigenten Harmer ein Monsterkonzert.

         Des weiteren etablierten sich in der Zwischenkriegszeit auch interne Events im Vereinsleben, die bis heute Bestand haben. Mit dem Musikerausflug und der Weihnachtsfeier konnten die Frauen damals die Männerdomäne durchbrechen.

         Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen im März 1938 war auch im Verein bald der nationalsozialistische Geist zu spüren. Und mit Kriegsbeginn im Jahre 1939 enden die Aktivitäten und die Eintragungen in der Chronik. Bis 1945 findet man nur Hinweise auf die musikalische Umrahmung von Begräbnissen.

 

Mexican Pictures von Franco Cesarini

 

         Franco Cesarini, geboren 1961 in der Schweiz, gewann zahlreiche Preise, unterrichtet an der Musikhochschule in Zürich, ist Dirigent, Jurymitglied bei Musikwettbewerben und vielseitiger Komponist.

         Seine viersätzige Suite „Mexican Pictures“ (Mexikanische Bilder) ist von der mexikanischen Volksmusik inspiriert.

         Die Stadtkapelle hat dieses Werk als Selbstwahlstück für das Bezirkswertungsspiel am Sonntag, dem 4. Dezember hier in der Mostviertelhalle gewählt. Die Kapelle spielt in der Höchststufe E.

 

Chronik:

 

Der unselige 2. Weltkrieg hatte in der Bevölkerung und im gesamten Vereinsleben seine Spuren hinterlassen. Nach einer langen Pause rückte die Stadtkapelle Haag mit 12 Mann im Jahre 1945 zur Allerheiligenprozession aus. Da unsere Heimat russische Besatzungszone war, war die Prozession durch die Besatzungsmacht geprägt. Es wurden die Gräber von KZ – Opfern, die Grabstätten gefallener russischer und französischer Soldaten besucht. Vertreter der kommunistischen Partei hielten die Ansprachen und die Stadtkapelle musste die russische Hymne und die Internationale spielen.

Da es keine Musikschule gab, lag die Ausbildung des Nachwuchses in den Händen der wenigen Aktiven, die sich darin sehr verdient gemacht haben. Durch Spenden der Stadtsparkasse und eine Unmenge von Ausrückungen konnten Instrumente angeschafft werden.

Die Nachkriegszeit ist vom Aufbauwillen der Bevölkerung und von einer Gründungswelle von Vereinen und Organisationen geprägt. Die Brauchtumspflege lebte in Volkstanz-, Schuhplattler- und Ländlergruppen und im ländlichen Fortbildungswerk auf. Die Jägerschaft organisierte sich, es entstanden Theatergruppen, ein äußerst aktiver ÖAMTC – Zweigverein Haag und eine Turn- und Sportunion mit zahlreichen Sektionen. Alle diese Gruppen organisierten zahlreiche Feste, Feiern und Treffen die der Musik- und Gesangsverein Haag musikalisch begleitete.

Durch die Gründung des Blasmusikverbandes im Jahre 1952 etablierten sich neue Veranstaltungen wie Bezirks- und Landesmusikfeste, Tage der Blasmusik, sowie Konzert- und Marschbewertungen. Dies alles führte zu einer starken Präsenz des Vereines im gesellschaftlichen Leben der Stadt, des Bezirkes und des Landes.

In der Mitte der 50-er Jahre etablierten sich die Familienkonzerte als Vorläufer der heutigen Herbstkonzerte. Vom damaligen Stadtamtsdirektor Hans Wairinger wurden die verbindenden Worte gesprochen.

Nach dem Tode des Musikschuldirektors Ferdinand Harmer übernahm Franz Rauchegger das Amt des Kapellmeisters. Franz Innerhuber war weiterhin Chormeister. Als Franz Rauchegger am 12. Februar 1965 überraschend aus dem Verein austrat, drohte sich die Stadtkapelle aufzulösen. Sie war auf 17 Mitglieder geschrumpft.

Es begann die Ära Josef Leeb.

 

Man in the Ice von Otto Schwarz

 

Am 19. September 1991 wurde in den Ötztaler Alpen am Similaun - Gletscher eine mumifizierte Leiche eines Mannes gefunden. Der Gletscher hatte nach ca. 5300 Jahren einen frühzeitlichen Menschen freigegeben, mit all seinem Hab und Gut. So waren seine Kleidungsstücke und Waffen ziemlich gut erhalten und geben uns heute eine genauere Einsicht in die damalige Zeit.

Der österreichische Naturfilmer Kurt Mündel hat das Leben dieses Mannes nachkonstruiert und einen Film gedreht, beruhend auf Fakten, wie es damals hätte sein können. Otto M. Schwarz nahm diese Dokumentation zum Anlass, ein Werk für sinfonisches Blasorchester zu schreiben, um den „Mann im Eis“ musikalisch wieder auferstehen zu lassen.

Mit „Man in the Ice“ erspielte die Stadtkapelle beim internationalen Wettbewerb im Juni in Liechtenstein den „Violinschlüssel in Bronze“. Es ist auch das Pflichtstück beim Bezirkswertungsspiel am 4. Dezember.

 

Chronik:

 

         1965 wurde in Stadt Haag dringend ein kompetenter Kapellmeister gesucht. LAbg. Franz Brunner, Bürgermeister Ernst Huber und Chormeister Franz Innerhuber überzeugten Josef Leeb bei der Stadtgemeinde Haag den Posten eines Kulturamtsleiters zu übernehmen. Die Aufgaben waren eine Musikschule aufzubauen und den Musik- und Gesangsverein (spätere Stadtkapelle Haag) wieder auf Vordermann zu bringen.

         Josef Leeb, geboren 1921, war zu diesem Zeitpunkt hauptberuflich Gemeindesekretär in St. Pantaleon, leitete dort die Ortskapelle und baute daneben eine Jugendkapelle auf. Seine musikalische Ausbildung erhielt er durch Privatunterricht in Querflöte und Klarinette. Er bildete sich am Linzer Bruckner – Konservatorium in den Fächern Querflöte und Dirigieren fort. Neben seiner Tätigkeit als Gemeindesekretär in St. Pantaleon gründete er bereits 1952 den „Verbund niederösterreichischer Blasmusiken“.

         Bei der Generalversammlung am 24. Jänner 1966 zeichnete sich eine neue Ära für den Verein ab. Der Landesobmann des Bundes niederösterreichischer Musikkapellen (später NÖ Blasmusikverband), Josef Leeb, übernahm das Amt des Kapellmeisters.

         Eine seiner ersten Aktionen war die Einführung von Registerproben. Am 16. Juli 1966 stellte sich der Musik- und Gesangsverein im Rahmen des Familienkonzertes in der neuen Tracht vor. 1967/1968 wurde auch das eigene Probenlokal bei der Gemeinde errichtet. Die erste Probe war am 1. September 1968.

Durch die intensive Jugendarbeit war es möglich, bereits im Mai 1967 die Jugendkapelle der Bevölkerung vorzustellen. Bald wurde es zum national und international erfolgreichen „Jugendblasorchester der Stadt Haag“.

1966 wurde die erste Frau, die Tochter des Kapellmeisters, in die Kapelle aufgenommen. Eine Männerdomäne war durchbrochen und andere Kapellen folgten diesem Beispiel.

Mit Josef Leeb begann ein nationaler und internationaler Kulturaustausch. Der enorme musikalische Aufschwung brachte es mit sich, dass sich die Stadtkapelle Haag als „Paradeorchester“ etablieren konnte.

Vom 9. bis 11. August 1968 fand in Haag das 4. internationale Jugendkapellentreffen mit 15 Kapellen aus der Tschechoslowakei, Dänemark, Luxemburg, Deutschland und Österreich statt.

Schließlich bildete die erste Zusammenarbeit mit dem „Österreichischen Rundfunk“ unter dem Titel „Ein Sonntag in Haag“ am 17. Oktober 1970 den Höhepunkt des bisherigen Vereinslebens.

 

Mazama von Jay Chattaway

 

         Das Werk wurde erstmals am 16. November 1984 in Seattle, USA, unter der Leitung des Komponisten aufgeführt.

         Die Mazamas waren ein Indianerstamm, der beim Ausbruch eines Vulkans ums Leben kam. Die Ursprünglichkeit des Indianischen erleben wir in Instrumentation, Gesang und dem Einsatz der Rhythmusinstrumente. Sie hören die Flöte, die sich frei entfalten kann. Die Mitglieder der Stadtkapelle singen auf indianische Art. und die Schlagzeuggruppe ist mit allen verfügbaren Musikern besetzt.

         Dadurch wird dem Stück ein einzigartiger Pulsschlag verliehen und Überraschungseffekte steigern die Dramatik.

        

  Chronik:

 

         Mit dem Vereinsjahr 1971 verstärkte sich die Ära Leeb. Gerhard Leeb, der Sohn des Kapellmeisters, wurde Kapellmeister – Stellvertreter. Er studierte Klarinette und Oboe, war Bankbeamter und unterstützte den Vater beim Aufbau und im Unterricht in der Musikschule.

         Seine Dirigentenausbildung erhielt er beim Blasmusikverband. Er ist Ausbildner bei Kapellmeisterkursen, Konzert- und Marschmusikrichter und Bezirkskapellmeister im Bezirk Amstetten.

         Gerhard Leeb entwickelte eine besondere Gabe bei der Programmgestaltung, indem er jegliche Musikrichtung in seinem Repertoire einbindet. Im April 1971 bekam der Musik- und Gesangsverein erstmals zwei weibliche Mitglieder als Neuzugang vom Jugendblasorchester.

         1972 erfolgte in Haag eine Fernsehaufzeichnung mit dem unvergessenen Heinz Conrads.

         In den 70-er Jahren gab es 4 Auslandsreisen nach Belgien und nach Deutschland. Die Stadtkapelle wirkte an zahlreichen internationalen und nationalen Festen im Bundesland mit. Sie wurde von diversen Organisationen im Bundesland und darüber hinaus zur musikalischen Umrahmung ihrer Feste engagiert.

         Im Rahmen des Landesmusikfestes in St. Pölten wurde 1977 die Verbandsfahne des NÖBV an die Stadtkapelle Haag überreicht. 1975 und 1977 gab es weitere Rundfunkaufnahmen.

         1978 erfolgte die Einführung des „Herbstkonzerts“ anstatt des Familienkonzertes. In den verbindenden Worten sollte besonders auf die Komponisten, sowie auf Art, Inhalt und Musikrichtung der Werke eingegangen werden.

         Als 1979 Prof. Josef Leeb den Taktstock zurücklegte, übernahm Gerhard Leeb die Funktion des Kapellmeisters. Im selben Jahr übernahm Ernst Forstmayr die Obmannstelle von Komm. Rat Karl Gruber.

         1981 fand die „Gala der Blasmusik“ in Haag statt. Zu den auftrittsreichsten Jahren zählt 1982. Im August feierte der NÖBV in Haag sein 30-jähriges Jubiläum mit 130 Musikkapellen und 4.500 Musikern und Musikerinnen. Im September gab es die Feierlichkeiten „950 Jahre Pfarre – 50 Jahre Stadt Haag“.

         Die Qualität des Klangkörpers wurde durch seine Kapellmeister Josef und Gerhard Leeb derart gesteigert, dass bei den Bezirkswertungsspielen von 1973 bis 1977 in der Stufe C und seit 1978 in der Höchststufe D stets ein ausgezeichneter Erfolg erspielt werden konnte.

         Für die Stadtkapelle war zweifellos das Jahr 1985 ein Höhepunkt. Landeshauptmann HR Mag. Siegfried Ludwig überreichte die höchste Auszeichnung des Landes NÖ, „den Sonderpreis des Landeshauptmannes“.

 

         Nun übernimmt Karl Schleindlhuber den Taktstock für:

 

Themes from "Faces", "Nussknackerswing" and a "Tribute to Count Basie"

 

         Faces stammt von der bekannten Rock – Jazz Formation “Earth, Wind and Fire”. Den Nussknackerswing hat Hans – Joachim Rhinow nach der Nussknacker Suite von Peter Iljitsch Tschaikowsky arrangiert. Und Melodien der Jazzlegende Count Basie arrangierte der Japaner Toshio Mashima. Karl Schleindlhuber hat diese drei Arrangements zu einem Medley zusammengestellt.

  

Chronik:

 

         Die letzten 20 Jahre waren von zahlreichen Aktivitäten und Höhepunkten unter den Obmännern Johann Hiebl und Harald Weidinger geprägt. Beide musizieren auch als aktive Musiker.

         1986 wurde Johann Hiebl Obmann. Sein ganzes Streben galt dem Bau eines zeitgemäßen Musikheims, das den fast 90 Musikern und Musikerinnen angemessenen Probenraum und Möglichkeiten für das Vereinsleben bietet. 1994 begann der Um- und Ausbau der ehemaligen Jahnturnhalle. Am 30. Mai 1997 wurde das „Haus der Musik“, ein Vorzeigeobjekt, eröffnet.

         2001 übernahm Harald Weidinger die Obmannstelle. Sein Ziel ist die Anschaffung einer neuen Tracht.

         Die Kapellmeister Gerhard Leeb und Ewald Huber steigerten das musikalische Niveau der Stadtkapelle und führten sie bei Bezirkswertungsspielen und internationalen Bewerben von Erfolg zu Erfolg. Gerhard Leeb übergab nach 30 Jahren die Kapellmeisterstelle an Ewald Huber im Herbst 1997, nachdem Huber bereits seit 1995 als Kapellmeister – Stellvertreter fungierte.

         Die Stadtkapelle wurde zu zahlreichen Auftritten im In- und Ausland eingeladen, spielte in Berlin, verschiedenen Orten Deutschlands und in Belgien.

         Ein musikalischer Höhepunkt waren 1991 die 130 – Jahr Feierlichkeiten mit einem Bezirksmusikfest und einem Blumenkorso.

         Beim internationalen Wertungsspiel in Meran erreichte die Kapelle 1990 einen ersten Preis mit Auszeichnung.

         1999 gab es beim Landeskonzertwertungsspiel in St. Pölten den 3. Platz.

2001 erzielte das Orchester in Riva del Garda von über 80 Kapellen den ausgezeichneten 7. Rang.

         Im Juni 2003 erspielte die Stadtkapelle Haag im nordspanischen Calella mit der „Carmina Burana“ von Carl Orff und „Viva Musica“ von Alfred Reed in der Höchststufe einen ausgezeichneten Erfolg und wurde nach Punkten Zweiter.

         Und schließlich konnte heuer in Liechtenstein der „Violinschlüssel in Bronze“ erreicht werden.

         Die Weiterentwicklung der Stadtkapelle zum sinfonischen Blasorchester von besonderer Qualität dokumentieren am besten die Bezirkswertungsspiele. Von 1978 bis 1998 errang das Orchester in der Stufe D jeweils einen ausgezeichneten Erfolg. Seit 1999 gelingt dies in der Höchststufe E.

         Die hohe musikalische Qualität unserer Stadtkapelle veranlassten auch den ORF in den letzten 20 Jahren den Klangkörper zu 10 Rundfunkaufnahmen, Live – Auftritten und Fernsehaufzeichnungen zu verpflichten.

Als heimischer Klangkörper spielt die Stadtkapelle bei Begräbnissen, beim Maibaumaufstellen, dem Maimarsch, dem Sonnwendfeuer, bei Hochzeiten, der Florianimesse, zur Erstkommunion, zu Fronleichnam und zu Allerheiligen. Sie verschönert die Feste der Vereine und spielt in naher und ferner Umgebung bis zu 8 Frühschoppen pro Jahr.

         1988 wurde der erste Tonträger mit dem Titel „Wien – New York“ aufgenommen. Seither gab es 1998 die CD – Einspielung für die Jubiläums CD des österreichischen Blasmusikverbandes „Kein schöner Land“. 2000 folgte die CD Aufnahme „Zeitlos“ und 2004 die CD „Klingendes – Singendes Haag“.

         Wenn auch der Gesangsverein, der 1860 den Verein gründete, 1998 wegen Mangel an Nachwuchs seine sängerische Tätigkeit einstellte, so ist der „Musik – und Gesangsverein“ zuerst als Markt- und seit 1932 als Stadtkapelle heute einer der wichtigsten Kulturträger der Stadt mit über 80 aktiven Musikerinnen und Musikern.

         Durch den langjährigen Sitz des NÖBV auf unserem Gemeindeamt, die Präsidentschaft von Prof. Josef Leeb im NÖBV bis 1992 und die Entwicklung der Stadtkapelle zu einem Klangkörper höchster Qualität haben den Ruf unserer Stadt als ein „Zentrum der Blasmusik“ begründet.

 

Children of Sanchez von Chuck Mangione

 

         Der Titel findet sich auf der CD “Zeitlos” aus dem Jahr 2000. Über den Inhalt des Stückes erfahren sie vom Solisten Markus Wolf als Sänger. Als weitere Solisten begrüßen wir Thomas Strebl an der Trompete und Markus Herbst an der E – Gitarre.




 

HR Josef Jochinger Foto: Andrea Schönauer

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